{"id":236,"date":"2023-03-06T09:45:34","date_gmt":"2023-03-06T08:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/main.sitrading.com\/?p=236"},"modified":"2024-01-31T11:11:32","modified_gmt":"2024-01-31T10:11:32","slug":"die-automobilbranche-im-grossen-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/si-group.com\/de\/die-automobilbranche-im-grossen-wandel\/","title":{"rendered":"Die Automobilbranche im gro\u00dfen Wandel"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"viewer-foo\"><em>In einem modernen Auto sind teils mehr als 1.000 Halbleiter verbaut. Von der Z\u00fcndung bis zu den Scheinwerfern: Fast \u00fcberall werden sie ben\u00f6tigt. Der Chipmangel hat Autohersteller daher vor gro\u00dfe Hindernisse gestellt und im Extremfall gezwungen, die Produktion einzustellen. Wie federn sie solche Herausforderungen in Zukunft ab?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Fahrzeuge werden immer komplexer: Waren sie einst lediglich ein Mittel zum Transport von Personen und Frachten, sind sie heute ganze Computersysteme auf R\u00e4dern. Die Mikrokontrolleinheit (MCU) fungiert als das Gehirn des Autos und macht es funktionst\u00fcchtig. Sie steuert fast alle elektronischen Elemente. Analoge Schaltungen wandeln Signale in digitale Daten um. Nimmt beispielsweise der Regensensor wahr, dass es regnet, kommuniziert das System mit den Scheibenwischern, in welcher Intensit\u00e4t sie das Wasser von der Windschutzscheibe schieben sollen. Ganz automatisch. M\u00f6glich machen dies mehrere hundert bis mehr als tausend Halbleiter \u2013 in einem Auto.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch seit Beginn des Chipmangels hat besonders die Automobilbranche mit den Ver\u00e4nderungen auf dem Markt zu k\u00e4mpfen. Zwischenzeitlich mussten selbst namhafte, gro\u00dfe Automobilkonzerne die Flie\u00dfb\u00e4nder ruhen lassen, weil sie die Karosserien nicht mit der ben\u00f6tigten Elektronik best\u00fccken konnten. Die Lieferzeit von Neuwagen verz\u00f6gerte sich um Monate, teilweise wurden keine neuen Bestellungen angenommen. Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren die hohe Nachfrage nach elektronischen Kleinger\u00e4ten w\u00e4hrend der Coronapandemie, steigende Corona-Fallzahlen, aber auch Naturkatastrophen wie starke Winterst\u00fcrme, D\u00fcrren und weltpolitische Krisen. Diese f\u00fchrten dazu, dass Fabriken nicht bedient wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hersteller wussten sich kurzfristig zu helfen<\/h2>\n\n\n\n<p>Um die Knappheit abzufedern, mussten Automobilhersteller auf einiges verzichten: Zun\u00e4chst bedeutete dies, die Anzahl der sehr gefragten Chips zu reduzieren. Folglich konnten einige Funktionen in der Grund- und Sonderausstattung nicht mehr angeboten werden. <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2022\/07\/01\/business\/general-motors-car-sales.html#:~:text=to%20239%2C789%20vehicles.-,G.M.,have%20the%20chips%20they%20require\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Dabei fielen auch Sicherheitssysteme weg<\/a>, die den Fahrer etwa auf Objekte im toten Winkel hinweisen. Gleichzeitig waren Hersteller dazu gezwungen, ihr Portfolio anzupassen und beliebtere Automodelle vorrangig zu produzieren, w\u00e4hrend Fans der ausgefalleneren oder weniger gefragten Modelle und Ausstattungen entt\u00e4uscht wurden. <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/branchenausblick-auto-chipmangel-und-e-auto-boom-diese-herausforderungen-muessen-die-deutschen-autohersteller-2022-meistern\/27930180.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Und selbst die Topseller gingen in geringerer St\u00fcckzahl \u00fcber das Band<\/a>, als den Produzenten lieb war. Das machte sich auch am Umsatz bemerkbar.<\/p>\n\n\n\n<div id=\"quoteblock_f5881de77ac08aee3ade4171fa6c3982\" class=\"block__quote -detect-in-viewport\">\n\n    <div class=\"block__quote__wrapper \">\n\n                    <div class=\"block__quote__quote\">\n                Im September 2022 lagerten auf dem Firmengel\u00e4nde von Ford mehr als 45.000 Autos, in denen noch keine Chips verbaut waren.            <\/div>\n        \n        \n        \n    <\/div>\n\n<\/div>\n\n\n<p>Der Automobilhersteller General Motors hat in dieser Zeit die \u201e<a href=\"https:\/\/autotrends.org\/gm-build-shy-strategy\/#:~:text=GM's%20strategy%20is%20called%20%E2%80%9Cbuild,models%20are%20set%20aside%20nearby\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Build-Shy\u201c-Strategie<\/a> gepr\u00e4gt: Waren die ben\u00f6tigten Chips nicht lieferbar, bauten sie die Autos dennoch mit den vorhandenen Materialien und Bauteilen und parkten die Karosserien anschlie\u00dfend auf Lagerpl\u00e4tzen neben der Produktionshalle zwischen. Diese Strategie hat den Vorteil, dass die Fertigungsanlage weiterl\u00e4uft Denn sie immer wieder hoch- und runterzufahren, fiele am Ende teurer aus. Ein Nachteil der Methode ist die Gefahr, auf den Karosserien sitzenzubleiben. Hersteller k\u00f6nnen nicht flexibel auf die sich wandelnde Nachfrage reagieren, was beispielsweise Ford in den USA schmerzlich erfahren musste: Im September 2022 lagerten auf dem Firmengel\u00e4nde <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2022\/09\/20\/business\/ford-supply-chain-problems\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">mehr als 45.000 Autos<\/a>, in denen noch keine Chips verbaut waren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Just-in-time-Modell zu unbest\u00e4ndig f\u00fcr die Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p>Noch immer hat sich die Branche nicht wieder g\u00e4nzlich erholt. Doch sie hat gelernt, dass sie sich anpassen muss \u2013 nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Sicht, um sich in Zukunft resilienter aufzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu muss sie den gesamten Herstellungsprozess von Autos \u00fcberdenken. \u00dcber Jahrzehnte setzte die Industrie auf das Just-in-time-Modell und optimierte es so weit, dass die Komponenten dann im Werk eintrafen, wenn sie gebraucht wurden. Damit vermieden sie hohe Lagerkosten und erh\u00f6hten gleichzeitig die Effizienz. Erst die Halbleiterkrise machte sichtbar, wie fragil und unbest\u00e4ndig dieses Modell ist; einer globalen Herausforderung wie seit 2020 kann das Modell auf Dauer schlichtweg nicht standhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die lange Vorlaufzeit, die f\u00fcr die Halbleiterproduktion erforderlich ist \u2013 etwa sechs Monate von der Unterzeichnung eines Produktionsvertrags bis zur endg\u00fcltigen Lieferung \u2013, macht es den Chipherstellern schwer, sofort auf die Marktnachfrage zu reagieren und gro\u00dfe Mengen auf einmal zu produzieren. Das f\u00fchrt dazu, dass Automobilhersteller sich erstmals direkt an Chip-Lieferanten wenden, um besonders gefragte Mikrochips auf Vorrat zu halten. Au\u00dferdem ger\u00e4t das Thema transparente Lieferketten immer mehr in den Fokus. Insgesamt versuchen die Automobilhersteller mehr Einfluss und Kontrolle in die eigenen H\u00e4nde zu bekommen. Die neuen Bestrebungen gehen so weit, dass vereinzelte Hersteller sogar erw\u00e4gen, <a href=\"https:\/\/winfuture.de\/news,130885.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">selbst Chips herzustellen<\/a> oder in eigene Designs von chip\u00e4rmeren Komponenten zu investieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hersteller m\u00fcssen sich auch langfristig an Ver\u00e4nderungen anpassen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":237,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-236","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-si-electronics"],"aioseo_notices":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=236"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":494,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions\/494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/si-group.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}